"Was machen Sie beruflich?"


Das berufliche Leben als Patchwork, entstanden aus Neigungen, Begabungen und - dem Zufall. Einige "Grundfarben" tauchen immer wieder auf und halten alles zusammen. Mein besonderes Interesse gilt: Sprache(n); anderen Menschen und ihren Lebensgeschichten; alternativen Lebensentwürfen jenseits von Konsum und Hektik; fremden Kulturen (insbesondere China) und den reizvollen Unwägbarkeiten interkultureller Begegnungen.

Montag, 30. März 2020

Social distancing auch für Kuscheltiere

Vorher - und irgendwann auch wieder

Zu Corona-Krisenzeiten
Die Eule hat leider keine Maske mehr abbekommen. Aber ich bin gerade am Nähen und probiere mit verschiedenen Modellen herum.

Montag, 23. März 2020

"Im Rausch des Positiven: Die Welt nach Corona"

Neulich bin ich auf einen sehr optimistischen Artikel des Zukunftsforschers Matthias Horx über die Zeit nach Corona gestoßen. Da mir dieser Aspekt in der momentanen Berichterstattung zu kurz kommt, möchte ich den Artikel und seine Gedanken mit euch teilen. (Hier das Original).

Auch Horx ist überzeugt, dass Corona die Welt grundlegend verändern wird. Um die "Angststarre" zu verlassen, bietet er als Übung (statt einer PRO-gnose) eine RE-gnose an: Man stelle sich vor, dass man schon in der Zukunft lebt, z.B. im Herbst 2020, und zurückschaut auf alles, was durch und nach Corona passiert ist. Seine Phantasien:

Mehr Nähe und Verbindlichkeit
Die geforderte soziale Distanz hat nicht zur Vereinsamung geführt, sondern zu einer neuen Nähe und Verbindlichkeit. Alte Kulturtechniken wie Langzeittelefonate wurden wieder gepflegt, auch weil plötzlich nicht mehr nur der Anrufbeantworter bzw. die Mailbox dran war.

Mehr Ruhe und Gelassenheit 
Menschen, die sonst nie zur Ruhe kamen, machten plötzlich lange Spaziergänge. Bücherlesen wurde Kult.

Ein neues Verhältnis von Mensch und Technik
Einerseits wurden Tele- und Videokonferenzen ebenso wie Homeoffice selbstverständlich. Andererseits glaubt niemand mehr, dass Technik das Allheilmittel für alle Zukunfsprobleme ist, weil man merkte, dass in so einer Krise der Mensch und das soziale Miteinander entscheidend sind.

Eine neue Weltwirtschaft
Die Wirtschaft erlebte zwar einen Einbruch, es kam aber nicht zum völligen Zusammenbruch. Allerdings änderten sich die Vorstellungen von Weltwirtschaftt: Es gibt wieder mehr Zwischenlager, Reserven, lokale Produktion, das Handwerk erlebte einen Aufschwung. "GloKalisierung" statt Globalisierung. Geld ist insgesamt weniger wichtig geworden.

"Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt. 
Aber sie kann sich neu erfinden.
System reset.
Cool down!
Musik auf den Balkonen!
So geht Zukunft."


Montag, 16. März 2020

Das Beste aus Corona machen

Rund um das Corona-Virus hat sich eine Szenerie entwickelt, die bis vor ein paar Wochen noch undenkbar war. Fußballfunktionäre, die sagen, dass Fußball nicht das Wichtigste im Leben ist; ein Bundeswirtschaftsminister, der bereit ist, die geliebte schwarze Null zu opfern; leere Regale; geschlossene Schulen und überhaupt alles zu und abgesagt.

Der Umwelt tut es wahrscheinlich gut. Weniger Flüge, weniger Verkehr, weniger Konsum (abgesehen vom Klopapier). Und was wird mit den Menschen, die jetzt zu Hause bleiben und keine Freunde treffen sollen? Sehen sie darin einen unerwarteten Ausstieg auf Zeit, eine Möglichkeit zur  Besinnung, zum Durchatmen, freuen sie sich auf Zeit für sich, für die Familie? Oder bedeutet diese Isolierung eher Gereiztheit, Stress, Angst, Wohnungskoller? Wahrscheinlich beides. Es ist ein großes soziales Experiment.

Im Netz finden sich immer auch Fachleute, die behaupten, dass alle diese Einschränkungen total übertrieben und unnötig sind. Und es ist noch gar nicht lange her, dass ich das auch dachte. Im Moment weiß ich einfach nicht, was stimmt. Aber die Maßnahmen laufen ja nun mal und ich habe beschlossen, sie anzunehmen und etwas daraus zu machen. Auch bei mir wurden alle Kurse etc. abgesagt. Ich kann mich also die nächsten Wochen ganz auf das China-Buch konzentrieren. Und ich habe mehr Zeit für alle Dinge, die ich zu Hause für mich machen kann: Yoga, Nähen, Chinesisch lernen, Musik machen, mein Projekttagebuch mit Ideen füllen, den Balkon neu bepflanzen, malen, Taiji üben, kochen, die Stapel ungelesener Bücher lesen, den Vögeln lauschen... Ich fühle mich fast ein bisschen wie früher vor den großen Sommerferien. Ob das so bleibt?