"Was machen Sie beruflich?"


Das berufliche Leben als Patchwork, entstanden aus Neigungen, Begabungen und - dem Zufall. Einige "Grundfarben" tauchen immer wieder auf und halten alles zusammen. Mein besonderes Interesse gilt: Sprache(n); anderen Menschen und ihren Lebensgeschichten; alternativen Lebensentwürfen jenseits von Konsum und Hektik; fremden Kulturen (insbesondere China) und den reizvollen Unwägbarkeiten interkultureller Begegnungen.

Donnerstag, 21. März 2019

MoMo3: Bio-Balkon Kongress

Wie es der Zufall so will: Gerade bin ich ein bisschen gefrustet (vom kalten Wetter, meinen bisher nicht sehr erfolgreichen Anpflanzversuchen, dem Ausbleiben der Tomatensamenlieferung...), da erreicht mich der Hinweis auf einen kostenlosen Online-Bio-Balkon-Kongress. (Was es alles gibt!)

Dazu gehören tägliche Interviews zum Thema, ein kostenloses E-Book etc. Ich habe mich schon mal angemeldet, muss mir das aber selber erst noch alles ansehen. Da der Kongress gestern schon angefangen hat (er geht bis 31. März), hier schon mal der Link für alle, die es interessiert:
https://bio-balkon.de/kongress-2019/

Samstag, 16. März 2019

MoMo3: Grüner-Daumen-Zweifel

Dieser Mottomonat macht mich bisher nicht ganz so glücklich wie die ersten beiden. Dabei ist Gärtnern doch etwas Schönes, Lebendiges. Einerseits. Ich fühle mich aber gerade unsicher und überfordert von der Vielfalt der Möglichkeiten. Schon allein die ganzen Tomatensorten, die es gibt, rote, gelbe, grüne, große, kleine, längliche, runde, hoch wachsende, hängende....

Welche soll ich da auswählen? Ich bin schließlich nach dem Namen gegangen ("Matina", fast wie ich) und nach der Farbe, eine rote und eine gelbe Sorte.
Ist es nicht vielleicht schon zu spät für die Voranzucht? Meine Schwester meint, es sei sowieso Quatsch, Tomaten selber zu ziehen, ich soll mir doch einfach eine fertige Pflanze kaufen. Aber ich finde es so faszinierend, wenn aus einem kleinen unscheinbaren Samen tatsächlich eine Pflanze wird.
(Wenn... Es ist mir auch schon passiert, dass gar nichts gewachsen ist ... oder nur ein dünnes Stängelchen, das wieder eingegangen ist... oder dass die Anzuchttöpfe verschimmelt sind...)

Ich habe noch einiges an altem Saatgut herumliegen, Sellerie, Rote Bete, Baumkohl, Kräuter. ... Offensichtlich ist der Traum von einem wuchernden Gemüsegarten nicht neu. Sind diese Samen überhaupt noch keimfähig?

Probehalber habe ich Anfang der Woche aus meinen alten Beständen Paprika und Basilikum ausgesät. Während draußen im Regen auf der großen Straße die Autos vorbeifahren, bemühen sich im Mini-Gewächshaus ein paar kleine Samenkörner groß und stark zu werden. Das Basilikum zeigt auch schon ganz kleine Keime!

Beim Gärtnern ist man viel mehr als bei anderen Projekten von äußeren Faktoren abhängig. Die Pflanzen bestimmen, wann sie gepflanzt werden wollen, welchen Boden und welche Temperatur sie gerne hätten. Ich habe keine Macht darüber, ob der Sommer wieder so warm wird wie der letzte oder so verregnet wie der vorletzte. Aber vielleicht ist ja gerade das das Reizvolle daran.

Samstag, 9. März 2019

MoMo3: Bestandsaufnahme

Es ist kalt und regnerisch. Da kommt noch gar nicht so die richtige Gärtnerlaune bei mir auf. Ich habe erst einmal eine Bestandsaufnahme gemacht.


So sieht der Balkon im Moment aus. Rumstehende leere Töpfe, abgestorbene Pflanzen, altes Herbstlaub ... Aber immerhin fängt der Schnittlauch schon an zu sprießen.


Das Hochbeet ist auch in einem etwas ramponierten Zustand. Die Kokosmatten lösen sich auf, überall kommt die Erde raus. (Teilweise wurden sie auch von Vögeln als Nistmaterial verwendet.) Ein paar Grünkohlstängel sorgen wenigstens noch für ein bisschen Farbe... Und der Storchenschnabel unten.

Ich brauche dringend Inspiration!

Wie immer habe ich mir erst einmal ein paar Bücher in der Bibliothek besorgt und die ersten Gartenvideos angesehen. Jetzt weiß ich, wie man Basilikum zieht oder Tomaten "ausgeizt" und welche Kräuter Halbschatten und Wind vertragen. (Aber auch von Schädlingen und möglichem Pilzbefall war die Rede.)





Ich träume von einer Wand aus Tomaten, Bohnen und Gurken, von üppig-buschigen Kräutertöpfen und ständig nachwachsenden Zucchinis. Ob das dieses Jahr was wird?

Montag, 4. März 2019

Dritter Mottomonat 2019: Gärtnern

Im Moment sieht es zwar nicht mehr so nach Frühling aus wie die letzten Wochen, aber trotzdem wird es langsam wärmer, die Vögel zwitschern und die ersten Blumen haben sich aus der Erde gewagt. Passend zur Jahreszeit soll sich deshalb in diesem Monat alles ums Gärtnern drehen.

Dazu muss ich sagen: Ich habe nicht unbedingt einen grünen Daumen. Ich träume immer von einem Balkon voller Blumen, Kräuter und Gemüse, auf dem es bis in den Herbst hinein blüht und die Bienen und Schmetterling von weit her kommen, um sich an dieser Pracht zu laben. Faktisch bin ich eigentlich immer zu spät dran und dann kaufe ich irgendwann doch einfach ein paar fertige Kräutertöpfe, stelle sie auf den Balkon und säe noch ein bisschen gemischte Blumen, Marke "Bienenschmaus". Das ist dann schon okay, es gibt Schnittlauch und Basilikum zum Kochen und ein paar Bienen kommen auch vorbei. Aber mit meiner Vision hat es nicht viel zu tun. Vielleicht wird das ja dieses Jahr anders.

Und dann sind da noch diese Hochbeete, auf einer Wiese in der Nachbarschaft, die wir gemeinsam mit einigen Nachbar*innen als Urban Gardening-Projekt bewirtschaften. Da haben wir immerhin schon Spinat, Bohnen, Kürbisse und Kartoffeln geerntet. Aber im Moment sieht es da sehr winterlich-traurig aus. Die Beete sind ziemlich heruntergekommen und müssen dringend repartiert werden. Das alles kann gut ein bisschen Mottomonats-Energie gebrauchen.

Vor unserem Hochbeet, Sommer 2016

Freitag, 1. März 2019

MoMo2: Resümee

Ich glaube, dieser Weniger-Müll-Monat wird mein Leben und meinen Alltag dauerhaft verändern. Viel mehr als andere Mottomonate. Weil das Thema Müll ganz schnell an andere, grundsätzliche Themen rührt. Natürlich geht es dabei um Umwelt und globale Verantwortung. Aber auch um Verhaltensweisen, die wir alle von klein auf gelernt und verinnerlicht haben, Lebenseinstellungen, Kosum- und Freizeitverhalten. Wie viel will ich haben und warum eigentlich? Wie gehe ich mit Dingen um? Warum macht Shoppen Spaß?
Ich habe in diesem Monat viel dazu gelernt, über die Ökobilanz von Verpackungen, über Mikroplastik und Schadstoffe, aber auch, wie man Tofu selber macht und dass man seine Haare mit Roggenmehl waschen kann. Den Lebensmitteleinkauf habe ich auf fast müllfrei umgestellt und das Badezimmer entrümpelt. Dieser Entrümelungsprozess wir die nächsten Monate sicher weitergehen. Weil es sich einfach so gut und klar anfühlt.

Außerdem habe ich realisiert, dass es schon ganz viele Menschen gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen und von deren Erfahrungen man profitieren kann. Auf einige Bücher und Filme habe ich im letzten Monat hingewiesen. Hier noch zwei Websiten mit vielen Tipps und Links, die ich hilfreich fand:
Smarticular - das Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben
Utopia 

Mittwoch, 27. Februar 2019

MoMo2: Plastik um Kosmetik

Heute geht es nicht um Mikroplastik in Kosmetik, sondern um das Plastik drumherum, also die Verpackung, die Shampooflaschen und Cremetiegel, die Zahnpastatuben und Puderdosen und und und ....
Ich selbst habe bisher erst beim Shampoo verschiedene Alternativen ausprobiert:

Jupp nimmt einfach die alte Plastikflasche und füllt im Unverpacktladen neues Shampoo rein. Aber das war mir etwas zu wenig investigativ. Also habe ich mir (bei dm) eine Haarseife gekauft (das runde Ding unten links). Das funktionierte ganz gut, war mir aber immer noch nicht genug Herausforderung. Ich habe recherchiert und seit rund zwei Wochen wasche ich mir die Haare mit Roggenmehl: 1-2 Esslöffel Roggenmehl Type 1150 mit etwas Wasser zu einem Brei verrühren (siehe unten rechts) und dann in die Haare einmassieren. Anschließend spüle ich sie mit saurer Rinse (ein Esslöffel Apfelessig in einem halben Liter kaltem Wasser). Man kann die Haare danach noch einmal ausspülen, muss man aber nicht. Der Essiggeruch verfliegt beim Trocknen.
Zu meinem Erstaunen funktioniert das gut. Wenn sich das bestätigt, bleibe ich dabei. Die Haarseife nehme ich dann mit auf Reisen.

Zu anderen Alternativen kann ich - wie gesagt - aus eigener Erfahrung noch nicht viel beisteuern. Man findet aber auf den einschlägigen Blogs und in entsprechenden Büchern sehr viele praktische Tipps. Von Deo bis Zahncreme kann man anscheinend alles selbst machen. Ich werde meine - mikroplastikfreien - Kosmetikartikel noch aufbrauchen und dann jeweils überlegen, was ich weiter mache.

Dienstag, 26. Februar 2019

MoMo2: Zwei Filme und ein Vortrag

Ich fange mal mit dem Vortrag an. Am Sonntagnachmittag war ich auf einer Veranstaltung von Zero Waste Hamburg über - natürlich - Zero Waste (also Null Müll). Die Bloggerin Shia Su und ihr Mann Hanno waren eingeladen und erzählten, wie sie leben und wie sie es schaffen, dass ihr gemeinsamer jährlicher Restmüll in ein einziges Einmachglas passt.
"Ein Glas Müll pro Jahr klingt immer so unglaublich krass, aber die Wahrheit ist schlichtweg, dass es nichts weiter ist als die Summe vieler total kleiner und super einfacher Dinge. Es ist keine böse Magie und man braucht nicht mehr als Neugierde, Offenheit, Bock drauf und Nachsicht mit sich selbst." (Blog: wastelandrebel.com/de)
Dazu kommen im Jahr noch ungefähr 3 kg Altpapier, ein Dutzend Flaschen und Gläser, ca. 100 g Metall (Kronkorken, Flaschendeckel) und Biomüll, den sie in einer Wurmkiste kompostieren. Im Vortrag erzählten sie lebendig und humorvoll von Erfolgen und anfänglichen Schwierigkeiten und gaben viele praktische Tipps. Dabei betonten sie immer wieder, dass es ihnen keinesfalls um Verzicht geht, sondern dass dieser Lebensstil sie einfach glücklicher und zufriedener macht.

Mir hat das alles so gut gefallen, dass ich mir danach gleich noch das Buch von Shia Su gekauft habe: Zero Waste. Weniger Müll ist das neue Grün.


Am Abend habe ich mir dann noch den Film Die grüne Lüge (2018) angesehen, den der österreichische Regisseur Werner Boote mit der Journalistin Kathrin Hartmann gedreht hat. Die Industrie versucht zunehmend, sich und ihre Produkte als fair, nachhaltig und umweltfreundlich zu verkaufen. Doch was steckt wirklich dahinter? Sehr sehenswert!

Bei dieser Gelegenheit habe ich entdeckt, dass man Filme auch im Internet gegen eine geringe Gebühr leihen und ansehen kann. Und danach steht keine DVD bei mir herum, die ich wahrscheinlich nie wieder ansehe.
 

Daraufhin habe ich mir am nächsten Abend auch noch Plastic Planet (2009) von Werner Boote angesehen. Das ist der Film, der die Österreicherin Sandra Krautwaschl dazu gebracht hat, ihr Leben zu ändern (siehe Post vom 13.2.)

"Regisseur Werner Boote, dessen Großvater selbst Geschäftsführer eines Unternehmens war, in dem Plastik produziert wurde, will mehr wissen über den Stoff, der unser Leben so sehr prägt. ... Auf verschiedenen Stationen auf der ganzen Welt spricht er mit Industriellen, Wissenschaftlern und Betroffenen über die Faszination und Gefahren von Plastik." (www.plastic-planet.de)