"Was machen Sie beruflich?"


Das berufliche Leben als Patchwork, entstanden aus Neigungen, Begabungen und - dem Zufall. Einige "Grundfarben" tauchen immer wieder auf und halten alles zusammen. Mein besonderes Interesse gilt: Sprache(n); anderen Menschen und ihren Lebensgeschichten; alternativen Lebensentwürfen jenseits von Konsum und Hektik; fremden Kulturen (insbesondere China) und den reizvollen Unwägbarkeiten interkultureller Begegnungen.

Sonntag, 26. Januar 2020

Alles Gute zum Jahr der Ratte!

hamburgisch-chinesische Weihnachts- und Neujahrskooperation
Gestern hat das chinesische Neujahr angefangen. Das Schwein ist gegangen, die Ratte gekommen. Da sie das erste Tier im chinesischen Tierkreis ist, gilt ein Rattenjahr als gutes Jahr für einen Neubeginn. Jobwechsel, Umzug, neue Liebe oder auch neue Gewohnheiten können jetzt erfolgreich angepackt werden. Jedem Tier wird zudem abwechselnd eines der fünf Elemente zugeteilt: 2020 ist das Jahr der Metallratte. Das bedeutet vor allem finanzielle Chancen. Wer schon länger eine Immobilie kaufen oder ein Unternehmen gründen wollte, könnte in diesem Jahr damit erfolgreich sein. (Ich übernehme allerdings keine Verantwortung.)

In diesem Sinne: Ein kreatives, chancenreiches, erfolgreiches neues Jahr!

In China wünscht man sich übrigens neben xin nian kuai le 新年快乐 (Glückliches neues Jahr) traditionell vor allem gong xi fa cai 恭喜发财, was wörtlich so viel bedeutet wie: Möge dein Reichtum zunehmen. Klingt ein bisschen materialistisch. Aber schaden kann es ja auch nicht, gerade in einem Metallrattenjahr.

Montag, 6. Januar 2020

Die 20er Jahre sind wieder da!

Lasershow statt Böller zu Silvester in Kreuth am Tegernsee
Ich bin aus der Zeit zwischen den Jahren aufgetaucht. Silvester war ich zum dritten Mal ein paar Tage mit Mann, Schwestern, Schwagern und Nichten im Wolfgang Müller-Haus in Kreuth. Wie jedes Mal dachte ich vorher, dass das Haus für acht Personen eigentlich zu klein ist und dass wir uns auf die Nerven gehen werden. Und wie immer war es einfach nur schön, entspannt und gemütlich. Es lag sogar noch Schnee.

Nachträglich wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs noch ein gutes, gesundes und inspirierendes neues Jahr!

Am Wochenende habe ich im Café meinen traditionellen Jahresrückblick und die Vorausschau auf das kommende Jahr geschrieben. Ich werde meine Mottomonate natürlich weiterführen (im Januar zum Thema "Weichen stellen"). Aber ich werde sie nicht mehr so ausführlich hier zum Thema machen. Ich wollte ein Jahr lang beschreiben, was passieren kann, wenn man sich begrenzte Zeit auf eine Sache einlässt. Als Anregung zum Selber-Ausprobieren. Das Jahr ist um, und ich hoffe, die eine oder der andere wagt den Selbstversuch. 

Was mich betrifft, so habe ich in diesem Jahr auch den Spaß am Bloggen entdeckt. Ich werde also weiterhin von Dingen schreiben, die mich beschäftigen. Von Projekten und Veranstaltungen. Und von den Büchern, die ich lese.

Sonntag, 29. Dezember 2019

MoMo12: Resümee "Weihnachten"

Nun ist Weihnachten vorbei und bald auch dieser Weihnachtsmonat. Ich habe Kerzen gegossen, einen Adventskranz aufgestellt, Stollen gebacken und Geschenke gebastelt, bin zu meiner Familie gefahren und habe Weihnachts-E-mails verschickt. Eigentlich wollte ich ja Weihnachtskarten gestalten, aber das habe ich nicht mehr geschafft. Bleibt was für nächstes Jahr.

Einige werden sich gewundert haben, dass ich während des ganzen Monats nichts über den christlichen Ursprung des Festes geschrieben habe, über die  Geburt von Jesus im Stall, Ochs und Esel und all das. Ich bin, wie schon erwähnt, nicht religiös, Shopping interessiert mich auch nicht. Trotzdem lässt mich Weihnachten nicht kalt. Es ist eines der wenigen kollektiven Feste hierzulande. Am 1. Mai oder am 3. Oktober kann jeder machen, was er will. Aber Weihnachten ist so angereichert oder beladen mit Erinnerungen, Familiengeschichten, Traditionen und Ritualen, dass es schwer ist, sich dem zu entziehen. Nie sind die Züge so voll wie an diesen Tagen, nie kommen die Familien so zuverlässig zusammen, vergleichbar dem chinesischen Frühlingsfest oder vielleicht auch dem US-amerikanischen Thanksgiving. Und natürlich wird an diesen Tagen auch besonders viel gestritten, aber vielleicht ist das ja auch nicht so schlimm.

Was den religiösen Hintergrund betrifft: Ich bin damit aufgewachsen, ich kenne natürlich die Weihnachtsgeschichte und ich mag sie. Ein Gott, der in einem Stall geboren wird, weil seine Eltern auf Reisen sind und niemand ihnen Unterschlupf gewähren will. Ich wünsche mir, dass diese Geschichte, die jeder Christ kennt und schon hundertmal gehört hat, dazu beiträgt, dass Menschen, Länder (oder Parteien), die sich auf christliche Werte beziehen, mehr Mitgefühl mit Menschen entwickeln, die heutzutage unterwegs sind und Hilfe brauchen. Dann hat diese Geschichte wirklich Kraft.

Donnerstag, 26. Dezember 2019

MoMo12: Nun ist ausgepackt!

Der Heiligabend ist vorüber, die Geschenke sind ausgepackt und so kann ich nun - als Anregung - einige meiner selbstbastelten "Werke" zeigen. Eine Gelegenheit zum Schenken gibt es ja immer.

Glückstagebücher: 
Davon habe ich in der Weihnachtszeit viele verschenkt. Es sind selbstgebastelte, kleine (A6) Notizbücher (siehe auch). Innen sind kleine Rubriken zum Eintragen: "Das hat mich heute glücklich gemacht", auch ein paar Gedichte über das Glück gibt es und Seiten, auf denen man notieren kann, wofür man gerne mehr Zeit hätte, was man gerne mal ausprobieren möchte ... Auch ein schönes Geschenk für Geburtstage.

Bienenwachstücher: 
Sie dienen als Ersatz für Alu- oder Frischhaltefolie. Man kann damit Schüsselchen abdecken, angeschnittenes Obst oder Käse einwickeln, Pausenbrote einpacken...  Das Bienenwachs wirkt zusätzlich antiseptisch. Nach Gebrauch kann man die Tücher einfach warm abwaschen, trocknen lassen und wiederverwenden. Es gibt die Tücher auch in Bioläden und im Unverpacktladen zu kaufen. Aber ich finde sie sehr teuer, deshalb mache ich sie selbst: Stoff in der gewünschten Größe zuschneiden. (Es muss Baumwolle sein, damit der Stoff das Wachs gut aufsaugt). Mit einer Zackenschere sieht es besonders hübsch aus. Bienenwachs (z.B. aus dem Unverpacktladen) im Backofen bei 80 Grad schmelzen, am besten in einem Blech, das man nur dafür benutzt (Bienenwachs ist schwer zu entfernen). Die Stoffe eintauchen, sich vollsaugen und dann abtropfen lassen. Sie werden schnell hart, lassen sich aber mit Körperwärme gut formen.

Taschentuchhalter: 
Es gibt inzwischen in vielen Drogeriemärkten Taschentücher im Papierbehälter. Für zu Hause ist das super, aber was macht man unterwegs? Dafür sind diese Taschentuchhalter aus Wachstuch gedacht. Man kann sie mitnehmen und immer wieder auffüllen. Auch die vielen unnötigen Servietten, die man überall bekommt, kann man als Taschentücher hier verstauen (oder Stofftaschentücher). Die Täschchen sind schnell genäht, beim Schnitt habe ich mich an den Plastikverpackungen orientiert.

Wärmflaschenhülle:
Wärmflaschen sind meiner Meinung nach im Winter ganz unverzichtbar. Aber sie werden schnell sehr heiß und Gummi auf der Haut ist auch nicht gerade kuschelig. Deshalb sind solche Wärmflaschenhüllen aus alten Handtüchern sehr praktisch.


Lunchbag als Geschenkverpackung
Diese Lunchbags sind innen mit einem wasserabweisenden Stoff genäht. Man kann darin Obst und Pausenbrote verstauen. Ich habe sie als Geschenkverpackung für die anderen Geschenke benutzt. Sie sind auch sehr einfach zu nähen. Den Schnitt habe ich von Pattydoo, es gibt dazu auch ein praktisches Video.

Dienstag, 24. Dezember 2019

Samstag, 21. Dezember 2019

MoMo12: Plätzchenbacken mit Frau Zwiebel

Plätzchenteller 2013
Plätzchenbacken mit meiner Schwester hat eine lange Tradition. Es begann, als sie ungefähr vier Jahre alt war. Ich war damals 15 und wollte auf keinen Fall, dass sie plötzlich mittendrin keine Lust mehr hat und ich alleine alles aufräumen muss. Also erfand ich eine Geschichte: Wir waren Frau Meier und Frau Zwiebel, die besten Weihnachtsbäckerinnen weit und breit. Doch wir hatten einen sehr unangenehmen Chef (Herrn Arschmüller), der ständig herummeckerte und nur nach einer Gelegenheit suchte, uns zu feuern, zum Beispiel, weil wir nicht richtig aufgeräumt hatten. Doch vereint schlugen wir ihm ein Schnippchen. Wir hinterließen am Ende alles so ordentlich und sauber, dass er keine Chance hatte. Es funktionierte prima.

Vor ein paar Jahren haben wir beschlossen, die Tradition wieder aufzugreifen. Seitdem stehen wir fast jedes Jahr vor Weihnachten tagelang in der Küche, dann wird gemessen und gewogen, gerührt und geknetet, gehackt, geschmolzen und verziert. Wir backen alte Familienrezepte wie Vanillekipferl, Spitzbuben, Haferflockenplätzchen..., aber wir probieren auch jedes Jahr etwas Neues aus, Nugatspritzgebäck, Pistazienschneesterne, Walnusstaler... Irgendwann sind alle Blechkisten voll, die Küche ist aufgeräumt und wir beide sind total erschöpft, aber tief zufrieden. Frau Meier und Frau Zwiebel sind einfach immer noch die besten Weihnachtsbäckerinnen weit und breit.

Plätzchenteller 2018

Mittwoch, 18. Dezember 2019

MoMo12: Die persönliche Weihnachtsgeschichte - Teil 2 (Ausland)

Weihnachten verlief natürlich nicht immer so harmonisch wie in der Kindheit. Der Stress mit den Eltern in der Pubertät machte vor dem Fest nicht Halt und auch nachdem ich ausgezogen war, dauerte es noch eine Weile, bis sich die Situation entspannte. Die ersten Jahre fielen wir alle schnell in unsere alten Rollen zurück und spätestens am zweiten Feiertag gab es Krach. Trotzdem konnte ich mir nicht vorstellen, Weihnachten woanders zu verbringen als "zu Hause" - wenn ich in Deutschland war.

Weihnachten im Sommer
Das erste Weihnachten im Ausland feierte ich Mitte der 1990er Jahre in Buenos Aires. Jupp und ich waren dort für ein halbes Jahr, um Tangounterricht zu nehmen und Spanisch zu lernen. In Argentinien war Hochsommer, doch das hielt die Argentinier nicht davon ab, an den Gebräuchen ihrer europäischen Vorfahren festzuhalten. Es gab schweres, fettes Weihnachtsessen und auf den Weihnachtskarten waren verschneite Wälder und Dörfer abgedruckt.

Weihnachten als exotisches Fest
Ganz anders in China, wo es keine Weihnachtstradition gibt.