"Was machen Sie beruflich?"


Das berufliche Leben als Patchwork, entstanden aus Neigungen, Begabungen und - dem Zufall. Einige "Grundfarben" tauchen immer wieder auf und halten alles zusammen. Mein besonderes Interesse gilt: Sprache(n); anderen Menschen und ihren Lebensgeschichten; alternativen Lebensentwürfen jenseits von Konsum und Hektik; fremden Kulturen (insbesondere China) und den reizvollen Unwägbarkeiten interkultureller Begegnungen.

Dienstag, 3. November 2026

Mai 2026

Korbflechten in Südtirol

Gemeinsam mit einer befreundeten Nachbarin, die das schon öfter gemacht hat, war ich auf Schloss Goldrein in Südtirol und habe dort in einem Workshop meinen ersten Weidenkorb geflochten. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Der Korb (mit Deckel!) steht jetzt auf unserem Balkon und hält Obst und Gemüse kühl und mäusesicher. Er ist ein bisschen schief geworden, aber ich bin trotzdem sehr stolz darauf. 
 

 

 

 

 

Kulturelle Landpartie

Skulpturen von Axel Petrenz
Gleich danach waren Jupp und ich wie schon die letzten Jahre auf der Kulturellen Landpartie im Wendland. Unser Freund Axel Petrenz stellte dort seine tollen Skulpturen aus, unser zauberhafter Nachbar Patrick Folkerts war auch dieses Mal mit seiner Eisenbahn (Tiny Travel Comany, Orient Espresso) dabei. Und in der Scheune bei Reinhard Kahl gab es wieder spannende Gespräche und Diskussionen.

Der Orient Espresso unterwegs
Links: Reinhard Kahl mit Ulrike Herrmann



China-Veranstaltungen
 
Vom 5. bis zum 11. Mai fand das Chinese Film-Festival unter dem Motto "Ever Becoming" in Hamburg statt. Ich habe dort am Eröffnungsabend ein großartiges Konzert gesehen oder vielmehr gehört, unter anderem mit der Trommlerin und Perkussionistin Lin Chen und dem Gitarristen Kristian Sievers. Gemeinsam treten sie als Duo Pertar auf. Danach gab es fünf sehr unterschiedliche Kurzfilme ("Manifesting in Dust"). Zwei Tage später habe ich mir noch den Dokumentarfilm "Closer to me" von 2024 angesehen. Der Filmemacher Yu Chen begleitete verschiedene Gruppen von "Aussteigern" über zehn Jahre. Vor allem Menschen aus der Mittelschicht, die auf der Suche nach einem ursprünglichen Leben aufs Land ziehen, Gemüse anbauen und zu ihren Wurzeln zurückfinden wollen. Der Film dokumentiert die Sehnsüchte und Glücksgefühle, aber auch die Probleme (schlechte Ernten, Geldschwierigkeiten, Kinder, die keine Lust auf dieses Leben haben etc.). Nicht anders im Grunde als bei europäischen Aussteiger*innen. 

Am 27. Mai war Yan Geling zu Gast im Literaturzentrum. Titel der Veranstaltung: "Frauen in China: zwischen Tradition und Ambition." Die Schriftstellerin beschreibt meist Frauenschicksale und hat für ihre Werke viele Auszeichnungen bekommen und internationale Anerkennung gefunden. Ihre Werke wurden von renommierten chinesischen Regisseuren verfilmt. 1958 geboren, war sie als junge Frau Mitglied im Tanzesemble der Volksbefreiungsarmee. Noch in China erschienen ihre ersten Romane, 1989 ging sie in die USA und machte dort einen Abschluss in Literarischem Schreiben. Sie lebt heute mit ihrem zweiten Mann, einem Diplomaten in Berlin. Über Frauen im heutigen China erfuhr man leider auf der Veranstaltung weniger, als ich gehofft hatte. Vielleicht lebt Yan Geling dafür auch doch schon zu lange nicht mehr in China.

 

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