"Was machen Sie beruflich?"


Das berufliche Leben als Patchwork, entstanden aus Neigungen, Begabungen und - dem Zufall. Einige "Grundfarben" tauchen immer wieder auf und halten alles zusammen. Mein besonderes Interesse gilt: Sprache(n); anderen Menschen und ihren Lebensgeschichten; alternativen Lebensentwürfen jenseits von Konsum und Hektik; fremden Kulturen (insbesondere China) und den reizvollen Unwägbarkeiten interkultureller Begegnungen.

Montag, 30. Dezember 2024

Fotografische Entdeckungsreisen - Der neue Fotokalender von Tanja Soler Zang

 

Wie die letzten Jahre möchte ich auch zum Ende dieses Jahres wieder auf den wunderschönen Foto-Kalender der Künstlerin Tanja Soler Zang hinweisen, den man auf ihrer Website herunterladen darf.

"... meine Neugierde auf fotografische Entdeckungsreisen zu gehen hält ungebrochen an und treibt mich weiter dazu an die Welt zu erforschen. Da lässt zum Beispiel die Korrosion von Eisen zu Rost ein Rohr wie eine wunderschöne Marslandschaft aussehen. Einige Hausdächer belegen, dass extraterrestrische Kommunikation mit Außerirdischen scheinbar zum normalen Alltag gehört. Und manche Straßenschilder geben vielfältige Orientierung. Diese vermeintlich unscheinbaren Motive visualisieren Zauber und Magie für meinen SOLZA-Kalender 2025." 


Dienstag, 17. Dezember 2024

Viel Interesse in Hannover, spannender Austausch in Berlin

Bevor das Jahr zu Ende geht, sollten natürlich noch die letzten (beruflichen) Veranstaltungen 2024 hier gewürdigt und (in Maßen) bebildert werden. 

Am 25. November war ich zu Lesung und Gespräch aus NIEMALS CHINA am Gasthörenden- & Seniorenstudium der Leibniz Universität Hannover eingeladen. Sowohl zu meinem als auch zum Erstaunen des Organisators meldeten sich 160 Leute dafür an. Es musste schließlich statt des geplanten Seminarraums ein Hörsaal zur Verfügung gestellt werden. Für mich auch eine neue Situation. Aber das Publikum war toll, sehr interessiert mit vielen Fragen (einige schrieben sogar mit!). Ich würde mich freuen, dort öfter vortragen zu können.



Adelheid Iken, ich, Hilke Veth

Am 2. Dezember ging es dann wieder zu unserer Ausstellung am Konfuzius-Institut in Berlin. "Begegnungen mit der Fremde" Überlegungen zum interkulturellen Austausch war der Abend überschrieben und es ging darum, welche Faktoren beim Umgang mit dem Fremden eine Rolle spielen und wie die Begegnung gelingen kann.

Prof. i.R. Dr. Adelheid Iken stellte zunächst in einem kurzen Vortrag ein Komunikationsmodell und verschiedene Anpassungsstrategien vor (Assimilation, Separation, Integration und Marginalisierung - nach John Berry). Anschließend sprachen wir zu dritt arüber, welche Strategien die Frauen aus unserem Buch angewendet hatten - und warum. Dann wurde die Frage an das Publikum weitergegeben: Wie kann die Begegnung mit der Fremde/dem Fremden gelingen? Die meisten Anwesenden hatten China-Bezug und einige Erfahrungen auf diesem Gebiet. "Humor" wurde als wichtiges Mittel der Verständigung genannt. Oder dass es sehr hilfreich sein kann, Kinder zu haben, weil dadurch eine gemeinsame Lebenswelt mit der Umgebung im Gastlandes deutlich wird. Überhaupt war die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, sich auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren, statt immer über die Unterschiede nachzudenken. Kurzum ein interessanter Abend! Die Gespräche konnten dann bei einem kleinen Buffet und Getränken noch vertieft werden. 

Die Aussstellung ist noch bis Ende Januar im Konfuzius-Institut in Berlin zu sehen. Am 27. Januar gibt es eine Finissage. Mit Musik, wie uns gesagt wurde. Ich bin gespannt!



Sonntag, 24. November 2024

Lyrik-Salon im September

Über den ganzen Aufregungen und Reisen mit Lesungen und Ausstellung soll aber nicht vergessen werden, dass Jupp und ich am 21. September den dritten Salon für dieses Jahr in unserer Wohnung veranstaltet haben. 

Foto: Janko Woltersmann

Dieses Mal drehte sich alles um Gedichte. Zu Gast war Sabine Göttel, langjährige Freundin und preisgekrönte Lyrikerin aus Hannover (siehe auch).

Nach ihrem Debüt FISCHE FLUTEN, das sie noch während ihrer Studienzeit veröffentlichte, gab es eine längere Pause, in der Sabine Göttel in den verschiedensten kulturellen Bereichen, als Dramaturgin, Dozentin, Akademie-Leiterin ... tätig war. Irgendwann war es ihr aber nicht mehr genug, Kultur von anderen zu vermitteln, sie wollte sich wieder dem eigenen Schreiben widmen. In ihr hatte sich anscheinend einiges angesammelt: 2020 erschien der Band Geister, 2022 Im Gefieder, 2023 Grillenliebchen. Für ihre Gedichte bekam sie 2022 den Kurt-Siegel-Preis des PEN Zentrums Deutschland und 2023 den Feldkircher Lyrikpreis. (mehr)


In unserem Salon gelang es Sabine, ein Gespräch über Lyrik in Gang zu bringen, an dem sich alle beteiligten. Erinnerungen an die Schule, an Auswendiglernen und Gedichtanalyse, die Rolle von Lyrik in anderen Kulturen, Zugangsschwierigkeiten, Klein- oder Großschreibung, Hochsprache und Dialekt, Reim und Rhythmus waren einige der Themen, von denen erzählt und über die diskutiert wurde. Und immer wieder die Gedichte von Sabine als Anregung dazwischen. Ein sehr beglückender Austausch über Literatur! 



Sonntag, 10. November 2024

Lesung in Frankfurt, Ausstellung in Berlin: Man weiß nie, was/wer kommt.

Wie versprochen, hier ein kurzer Bericht über die letzten Ereignisse mit dem Buch "Ausgerechnet zu den Chinesen..."

Mit Verlegerin Britta Jürgs am Stand von AvivA
Am 18. Oktober nahm ich schon einen sehr frühen Zug nach Frankfurt am Main, um vor der Lesung wenigstens noch ein bisschen was von der Buchmesse mitzukriegen. Ich war lange nicht mehr dort gewesen, hatte mich auch früher immer ziemlich verloren gefühlt. Das war dieses Mal deutlich angenehmer, schon weil ich am AvivA-Stand herzlich empfangen wurde. 

Beim Durchstreifen der Halle 3, wo die unabhängigen Verlage ausstellten, war ich wieder einmal fasziniert, wie viele es davon in Deutschland - allen Widrigkeiten zum Trotz - (immer noch) gibt. 

Obwohl sie in der Regel weder Bücher für "young" noch für "new adults" veröffentlichen. Damit scheinen andere Verlage jetzt Geld zu machen, in Halle 1 war jedenfalls viel Platz dafür reserviert.

Aber nun zur Lesung am Konfuzius-Institut in Frankfurt: Die Anzahl der Gäste war leider sehr, sehr überschaubar. Schade! Aber auch kein Drama. Netterweise setzten sich noch die anwesenden Mitarbeiter*innen des Instituts dazu und vergrößterten damit das Publikum - mit Gewinn, hoffe ich.  Hinterher bin ich mit Regina Oehler, der Enkelin der Missionarsfrau und Schriftstellerin Elisabeth Oehler-Heimerdinger (aus unserem Buch), noch einen trinken gegangen und das war sehr nett.

In Berlin zur Eröffnung unserer Ausstellung "Begegnungen mit der Fremde - Deutschsprachige Abenteurerinnen in China im 19. und 20. Jahrhundert" war dagegen richtig was los. Es waren etwa 40 Personen da, darunter auch Oscar Becker, der Enkel von Otti Anz, mit seiner Frau Katharina und Peter Beurton, der Sohn der Spionin Ruth Werner. Prof. Mechthild Leutner, die deutsche Direktorin des Konfuzius-Instituts, stellte uns vor und betonte die Wichtigkeit interkultureller Begegnungen. Hilke und ich hielten einen Einführungsvortrag und dann war Zeit, um in Ruhe die Plakate zu betrachten, Bekannte zu begrüßen, neue Kontakte zu knüpfen und ein Häppchen zu essen. Herzerfrischend war es, Sonja Mühlberger wieder zu treffen. Sie wurde 1939 in einer jüdischen Familie in Shanghai geboren und hat über ihre Kinheit ein Buch geschrieben. (mehr)  Mit ihren 85 Jahren wirkt sie immer noch ungemein interessiert und lebhaft. Auch Britta Jürgs war wieder vor Ort, verkaufte Bücher und fotografierte. 

Hier ein paar Impressionen: 

Foto: Britta Jürgs

Mit Oscar und Katharina Becker. Foto: Britta Jürgs

Foto: Katharina Becker

Mit Peter Beurton. Foto: Britta Jürgs

Und es geht noch weiter: Am 19. November liest Hilke Veth im Rahmen der Ausstellung aus ihrem Roman "Abschied von Shanghai? Maskee!" (Pirmoni-Verlag, 2024)

Und am 2. Dezember gibt es eine Finissage, voraussichtlich mit einem Vortrag zur Interkulturellen Kommunikation. Sobald das Programm feststeht, werde ich es hier veröffentlichen.


Freitag, 4. Oktober 2024

Alte und neue Lesungen

Die Sommerpause ist - zugegeben schon seit einiger Zeit - vorbei. Es kommen wieder Anfragen herein. Im September hatte ich die Gelegenheit auszuprobieren, ob mein Buch Was Sie dachten NIEMALS über CHINA wissen zu wollen für zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen funktioniert. 

Eine Veranstaltung war für die Seniorengruppe einer Hamburger Kirchengemeinde, rund 30 Personen zwischen 70 und 90 Jahren. Ein Tag in China - mitten in Hamburg, so lautete das Motto. Es gab Vorträge, meine Lesung, Musik, Essen. Das Ganze stilvoll im Yu Garden, der Miniaturausgabe eines berühmten Teehauses in Shanghai - ein Geschenk an die hanseatische Partnerstadt. Obwohl wirklich nicht unauffällig und relativ zentral gelegen, kennen auch viele Hamburger*innen diesen Ort nicht. 

Da ein Referent ausfiel, sprang Jupp mit Geschichten aus der chinesischen Philosophie ein, unsere Freundin Lan spielte Guzheng. Kurzum ein Tag unter Freunden, in schöner Atmospäre und mit interessiertem Publikum. 

Auftakt in der Aula mit Drachentanz
 Nur fünf Tage später las ich im Achtsamkeitsraum (!) einer Schule in Leipzig, mir zu Füßen auf Yogamatten und Meditationskissen Jugendliche der siebten Jahrgangsstufe, also 13/14-Jährige. Das Konfuzius-Institut richtete an diesem Nachmittag ein umfangreiches Programm zum Konfuzius-Tag und Mondfest aus, mit Kampfkunst, Kalligraphie, Musik, Verkleiden etc. Ich war mit zwei Lesungen ein Teil des Programms und freute mich, dass trotz des großen Angebots jeweils so 15 bis 20 Jugendliche den Weg zu mir fanden. Auch sie sehr interessiert. Die Schule bietet ab der achten Klasse Chinesisch als dritte Fremdsprache an und organisiert auch einen Schüleraustausch mit China. Für die Schüler*innen ist China also ein Thema, das durchaus mit ihrem Alltag zu tun haben könnte.


Und es kommt noch mehr: Am 18. Oktober stelle ich unser Buch "Ausgerechnet zu den Chinesen..." während der Frankfurter Buchmesse am dortigen Konfuzius-Institut vor: 18 spannende Frauen und 100 Jahre deutsch-chinesische Geschichte. (mehr

Dann geht es weiter nach Berlin. Dort wird am Mittwoch, dem 23. Oktober, die Ausstellung Begegnungen mit der Fremde. Deutschsprachige Abenteurerinnen in China im 19. und 20. Jahrhundert eröffnet. (mehr) Die Posterausstellung basiert auf den Frauen in unserem Buch, aber der Schwerpunkt liegt hier auf den Begegnungen mit dem fremden Land. Welche Veraussetzungen brachten die Frauen mit? Wie näherten sie sich der Fremde? Wie veränderte sich ihr Zugang im Laufe der Zeit? Hilke Veth und ich werden eine kleine Einführung halten und dann gibt es hoffentlich eine schöne Vernissage mit interessanten Gesprächen. Ich werde berichten.